Whistleblower – Wenn Helden zu Verbrechern gemacht werden

Quelle: Bradley Manning Support Network

Erneut wurden Whistelblower verurteilt, obwohl sie Unrecht aufgedeckt haben. Ein Skandal der Rechtsgeschichte.

Chelsea Manning deckte mehrfachen Mord durch US-Soldaten auf und wurde daraufhin zu 35 Jahren Haft verurteilt. Die Soldaten, die Zivilisten inklusive Kinder erschossen hatten, wurden nicht verurteilt. Edward Snowden machte die illegale Massenausspähung durch US-Geheimdienste bekannt und musste nach Russland ins Exil gehen. Der Whistleblower Antoine Deltour wurde heute zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt, weil er öffentlich gemacht hatte, wie Großkonzerne ihre ohnehin hohen Gewinne durch Steuertricks in Luxemburg noch weiter steigerten auf Kosten des Gemeinwesens.

Chelsea Manning (früher Bradley Manning)
Chelsea Manning (früher Bradley Manning)

Die Strafverfolgung dieser Personen mag juristisch gesehen einer gewissen Logik folgen. Sie trifft jedoch Menschen, die mit Mut und Rückgrat für die Gemeinschaft eingetreten sind und die uneigennützig Unrecht aufgedeckt haben. Ein solches Verhalten ist in unserer Wertegemeinschaft vorbildlich und sollte belohnt und nicht kriminalisiert werden. Dass es eine juristische Basis für die Verfolgung dieser Menschen gibt, ist ein Skandal und muss dringend von der Politik angegangen werden.
Whistleblower (-> to blow a whistle: eine Pfeife blasen) haben eine wichtige Funktion in einer funktionierenden pluralistischen Demokratie. Sie helfen, die gesellschaftliche Machtbalance auszugleichen. Die Bundesrepublik und die EU müssen dringend den Schutz von Whistleblowern gesetzlich verankern. Deutschland könnte hier mit gutem Beispiel voran gehen und Whistleblowern wie Edward Snowden Asyl gewähren. Doch die Regierung Merkel zeigt bisher kein Engagement für die Helden des 21. Jahrhunderts und stellt sich lieber auf die Seite einer Regierung, die systematisch die Menschenrechte verletzt.

Weiterleiten:

Anzeigen

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*