Eines der prächtigsten Königsschlösser Europas liegt in Dänemark

Schloss Frederiksborg. Quelle: Kresten Hartvig Klit at da.wikipedia

Schloss Frderiksborg in Dänemark ist kaum bekannt. Sollte es aber, denn es ist eines der prächtigsten und malerischsten Schlösser Europas.

Wenn ich einen Ort nennen müsste, an dem ich mich wie in ein Märchen versetzt gefühlt habe, dann ist das Schloss Frederiksborg in Hillerød, Dänemark. Als ich mich dem Schloss von der Innenstadt aus näherte, war der Effekt besonders groß. Die Innenstadt von Hillerød liegt direkt an einem See. Während ich die Uferpromenade entlang spazierte, blickte ich bereits auf die Gartenanlagen im französischen Stil auf der anderen Seite des Sees. Dann schob das Schloss ins Bild, auf einer Insel im See, mit seiner roten Fassade und seinen grünen Kupferdächern und Türmen. Es war die perfekte Kulisse für ein Shakespeare-Drama.

Die Dreiflügel-Anlage ist architektonisch am Übergang von der Renaissance zum Barock anzusiedeln. Im frühen 17. Jahrhundert unter König Christian IV. erbaut, diente das Schloss schon nicht mehr Verteidigungszwecken als viel mehr repräsentativen Zwecken.
Eine erste Brücke führte mich zu einer vorgelagerten Insel mit historischen Bewirtschaftungsgebäuden. Eine zweite Brücke führte auf eine zweite vorgelagerte Insel, die ich durch einen massigen rechteckigen Prunkturm betrat. Diese Insel schien nur als eine Art ausgelagerter Vorhof zu dienen. Die zu beiden Seiten angeordneten historischen Gebäude und der Brunnen in der Mitte schienen den Besucher zu begrüßen und auf das gleich kommende einzustimmen. Die letzte Brücke führte nun endlich in den eigentlichen Schlosshof. Die beiden Flügel des Schlosses öffneten dem Besucher die Einsicht in den Schlosshof, dessen Symmetrie nur vom alles überragenden Turm der Schlosskappelle auf der linken Seite durchbrochen wurde. Der Schlosshof war zur Eintrittsseite von einer Mauer begrenzt, in die Statuen im antiken Stil eingearbeitet waren. Der Mittelfassade im Schlosshof war eine Loggia vorgesetzt, ebenfalls mit eingearbeiteten Statuen. Alle Portale waren reich verziert und ich konnte eine Weile damit verbringen, nur die Details der Fassade und Portale wahrzunehmen.

Auch in den Innenräumen wartet Frederiksborg mit außergewöhnlicher Pracht und Schönheit auf.

In vielen Schlössern habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie von außen beeindrucken, innen oft dann doch recht karg eingerichtet sind. Um so mehr kam ich aus dem Staunen nicht heraus über die enorm prunkvolle Innenausstattung des Schlosses. Diese war offenbar über Jahrhunderte immer weiter vervollkommnet worden und spiegelte auf mehreren Etagen jeweils verschiedene Phasen der Renaissance, des Barock und des Klassizismus wieder. So war jeder Raum mit einer einzigartigen Deckengestaltung versehen, von der eine prächtiger als die andere war. Viele davon waren als Kassettendecken angelegt im Stil der Renaissance und mit aufwendigen Malereien und Schnitzereien versehen. Weite Säle, barocke Möbel und vergoldete Stuckaturen ließen jedes Zimmer zu einem Erlebnis werden.
Als ich die Schlosskapelle betrat, verschlug es mir den Atem über die reichen Verzierungen aus Gold und den komplett silbernen Altar. An den Wänden waren die Wappen der Träger des königlichen Elefantenordens aufgemalt, worunter ich auch manch deutsches Wappen wiedererkannte. Die europäischen Fürstenhäuser sind doch eng miteinander verwoben.
In den Räumen des Schlosses ist darüber hinaus noch eine Gemäldegalerie untergebracht, die Szenen aus der Geschichte Dänemarks zeigt.

Der Schlossgarten rundet den Besuch mit faszinierenden Perspektiven ab.

Auch der Garten auf der anderen Seite des Sees, hinter dem Schloss, lohnt einen Spaziergang. Es handelt sich dabei um einen ausgedehnten Landschaftspark, in dessen Mitte ein französischer Garten mit strenger auf das Schloss ausgerichteter Symmetrie angelegt ist. Von seinen Terrassen hat man einen schönen Blick auf das Schloss und den Ort. Im Park findet sich darüber hinaus ein weiteres Mini-Schloss im gleichen Stil von Frederiksborg und ein See mit einer Insel, auf der eine Art Zierbauernhaus steht.

Wer sich je gefragt hat, was die dänischen Könige mit den reichlichen Einnahmen aus dem Øresund-Zoll gemacht haben, hier findet man die Antwort. Ich war tief beeindruckt von der Pracht und dem malerischen Ambiente dieses Schlosses, welches das Weltkulturerbeschloss  Kronborg in Helsingør,  40 Kilometer nordöstlich davon, allemal übertrifft. Die Tourismus-Ströme schienen mir jedoch weit mehr nach Kronborg zu fließen.

Hillerød ist mit dem Zug von Kopenhagen aus schnell erreichbar. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, bietet sich eine Schlössertour von Helsingør über Fredensborg bis Hillerød an. Das Barockschloss Fredensborg beeindruckt mit stilvollen Interieurs und einem ausgedehnten Landschaftspark mit Seen. Schloss Fredensborg befindet sich im Besitz der Königsfamilie und ist nur im Juli der Öffentlichkeit zugänglich.

 

Der Dumont-Reiseführer Dänemark hat mir auf dieser Reise gute Dienste geleistet:

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