Der Höhenweg um den Taufstein – Auf Hessens zweitgrößtem Vulkan

Vogelsberg
Ein verwunschener Pfad führt auf den Gipfel des Geiselsteins

Der Vogelsberg ist ein Bergmassiv der besonderen Art. Aus einem Vulkan entstanden, bietet es reizvolle und eigenartige Landschaften. In einem 8,5 Kilometer langen Rundweg kann man die Landschaft ohne große Steigungen, aber mit traumhaften Ausblicken erkunden.

Der Höhenweg beginnt am Hoherodskopf, auf dem der Funkturm steht, der eine Art Wahrzeichen für den Vogelsberg geworden ist. Hier kann man das Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz abstellen (Navi: Schotten, am Hoherodskopf 5) oder kostenlos auf dem Parkplatz an der Kreuzung wenige hundert Meter davor. Die Aussicht ist hier schon sehr weit. Folgt man der Markierung H Richtung Nord-Osten, gelangt man zum Taufstein, dem mit 773 Metern höchsten Gipfel im Vogelsberg. Die Stationen des Rundwegs sind auch überall sehr gut ausgeschildert. Da der Vogelsberg so weitläufig ist, ragt der Taufstein kaum erkennbar über die umliegenden Gipfel hinaus.
Hier soll im Frühmittelalter der heilige Bonifatius die Heiden getauft haben. Auf dem Bismarckturm hat man dann den höchsten Punkt erreicht und wird mit einem sagenhaften Rundumblick belohnt. An klaren Tagen kann man von hier bis in die Rhön, das Rothaargebirge, den Taunus oder die Kasseler Berge schauen. Aufgrund der Höhenlage kann es an bewölkten Tagen sein, dass der Gipfel von Wolken umhangen ist. Deswegen sollte man sich vorher die Wettervorhersage anschauen, damit man keine Enttäuschung erlebt.

Über lauschige Waldwege geht es weiter bis zum Aussichtspunkt Moorblick. Hier kann man eines der Moore finden, die das Landschaftsbild hier oben mitprägen. Jahrhundertelange Torfablagerungen führen zu einer erkennbaren Erhöhung der Pflanzenschicht. Die ungewohnten Gewächse des Moores und die verschlungenen Waldwege verströmen eine mystische Atmosphäre.
Die nächste Station ist der Geiselstein. Ähnlich wie der Taufstein ist er durch eine Aufhäufung von Steinen entstanden, die man über einen verschlungenen Weg erklimmen kann. Hier oben wirkt der Wald relativ wild und naturbelassen. Eine Besonderheit am Geiselstein ist seine Eigenschaft, magnetisch zu sein. Kompassnadeln schlagen hier nicht gen Norden aus, sondern in Richtung des Gipfels. Das liegt an dem hohen Magnetitanteil in seinem Gestein.
Danach passieren wir auch schon das nächste Moor, die Golwiese, die wieder einen abwechslungsreichen Anblick bietet. Kurz nach der Goldwiese stoßen wir auf die Niddaquelle. Die Nidda ist hier nur ein kleiner Bach. Würde man hier ein kleines Papierschiff ins Wasser setzen, würde es seinen Weg machen durch die Wetterau, in Frankfurt in den Main fließen, bei Wiesbaden in den Rhein und sich dann irgendwann in der Nordsee verlieren.

Die Markierung H führt uns im weiteren Verlauf zu den Forellenteichen. An der südlichen Seite des Teiches stehen zwei Holzbänke. Hier bietet sich eine Rast an mit Blick auf das westliche Tal.
An der Kreuzung kurz vor der Taufsteinhütte kann man entweder den direkten Weg zurück zum Hoherodskopf wählen oder einen Schlenker über den westlich der Kreuzung gelegenen Sinnespfad machen. Dort kann man an verschiedenen Installationen den Wald hörend, sehend und fühlen erkunden.
Am Hoherodskopf angekommen wartet der Berggasthof Hoherodskopf mit köstlichen Speisen, selbstgemachtem Eis und Crêpes auf. Ein perfekter Sonntag!

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