Elysium – Treffende Sozialkritik mit geballter Action

Elysium
Bildquelle: http://www.hdwallpapers.in/walls/matt_damons_elysium-wide.jpg

Die Filmindustrie in den USA ist derart produktiv, dass man geneigt ist, zu sagen, nicht noch ein actionüberladener Science-Fiction-Film mit gut-böse-Schema für Kleinkinder. Doch Elysium sticht erfrischend heraus.

Der Hauptcharakter Max da Costa, gespielt von Matt Damon, ist ein Überlebenskünstler, ehemaliger Autodieb und Fabrikarbeiter in einer düsteren Zukunftswelt im Jahre 2154. Die Reichen und Mächtigen haben die verschmutzte und überbevölkerte Erde verlassen und leben nun im Luxus in einer riesigen Raumstation im Erdorbit Namens Elysium, mit allen Annehmlichkeiten wie etwa überlegener Medizintechnologie. Die in Armut lebende Bevölkerung auf der Erde wird mithilfe von hochentwickelten Polizeirobotern unter Kontrolle gehalten.
Ein Unfall in der Fabrik fügt da Costa derartige gesundheitliche Schäden zu, dass nur die überlegene Medizintechnologie auf Elysium ihn retten kann. Doch das Habitat wehrt jeden Immigrationsversuch von der Erde gewaltsam ab. Daher wendet sich da Costa an einen dubiosen Verbündeten. Zugleich entspinnt sich auf Elysium eine mörderische Intrige. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Elysium hält uns den Spiegel vor
Mann könnte Elysium wie einen von vielen Actionfilmen auffassen, die Hollywood auf den Markt schwemmt. Doch das wäre zu kurz gegriffen. Elysium ist in Wirklichkeit ein subtiler Spiegel der Gesellschaft. Die zunehmende Spaltung zwischen einer Mehrheit in Armut und einer Minderheit in extremem Reichtum ist heute schon Realität. In den USA, wo diese Spaltung noch größer ist als in Europa, gibt es bereits bewachte Habitate, in denen sich wohlhabende Menschen von der Gesellschaft abschotten. Auch der Zugang zu medizinischer Versorgung ist höchst ungleich verteilt und hängt sehr vom Geldbeutel ab. Während es in Deutschland ein Zweiklassen-Gesundheitssystem gibt, haben in den USA bis heute viele Menschen gar keine Krankenversicherung. Die Abwehrreaktionen der Bewohner des Habitats im Film erinnern an den Umgang der der westlichen Staatengemeinschaft mit den Fluchtbewegungen aus ärmeren Ländern.
Elysium, dessen Name die Bezeichnung der Römer für das Paradies war, ist nichts weiter als die konsequente Fortschreibung bereits vorhandener Entwicklungen. Darin liegt die Genialität des Films. Doch ob bei der Subtilität dieser Gesellschaftskritik die Zuschauer sie auch erkannt haben, ist eine andere Frage. Filmkunst ist jedenfalls dann am größten, wenn sie nicht nur unterhält, sondern auch eine Botschaft vermittelt.

Elysium ist spannend, greift interessante Ideen auf und Matt Damon überzeugt auch hier wieder als tragischer Held.

Weiterleiten:

Anzeigen

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*