Turn – Washingtons Spione, Liebe und Weltgeschichte

Turn - Washington's Spies
Turn - Washington's Spies. Bild: AMC

„Turn“ erzählt eine spannende und wichtige Geschichte von Spionage, Liebe und Weltgeschichte. Wer damit anfängt, lässt davon nicht mehr ab.

Long Island im Jahre 1776. Die britischen Kolonien in Amerika haben vor kurzem ihre Unabhängigkeit erklärt und der Kongress der Vereinigten Staaten hat eine Armee aufstellen lassen, um diese Unabhängigkeit gegen die Truppen des Königs zu verteidigen. Auch durch die Gemeinschaft des kleinen Dorfs Setauket zieht sich die Konfliktlinie zwischen Patrioten und Loyalisten. Der Ort ist zwar in fester Hand königlicher Truppen. Dennoch steht der junge Kohlbauer Abraham Woodhull zwischen den Stühlen. Ohnmächtig muss er mit ansehen, wie seiner heimlichen Liebe, Anna Strong, großes Unrecht angetan wird. Die Ungerechtigkeiten durch die Garnison sehend und den Ideen der Patrioten zugetan, lässt sich Abraham von alten Freunden, die inzwischen in Washingtons Kontinentalarmee dienen, als Spion anwerben. Informationen von hinter den feindlichen Linien sind in diesem Krieg von entscheidender Bedeutung und können den Ausgang ganzer Schlachten bestimmen. Doch es ist ein gefährliches Spiel, denn enttarnte Spione werden ohne Aufhebens gehängt. Noch dazu muss Abraham seine geheimen Machenschaften vor seinem autoritären Vater geheim halten, der als loyaler Richter der Stadt dient. So wird Abraham immer mehr in ein Labyrinth aus Intrigen und Manövern hineingezogen, das ihn um Kopf und Kragen zu bringen droht.

Turn . Washington's Spies
Die vier Hauptprotagonisten des Spionagerings in Turn: Caleb Brewster (Daniel Henshall), Abraham Woodhull (Jamie Bell), Anna Strong (Heather Lind), Benjamin Tallmadge (Seth Numrich). Foto: AMC

Gute Schauspieler – Schlechte Drehbuchautoren
„Turn“ greift auf spannende und packende Weise die Thematik von Spionage und Gegenspionage während des amerikanischen Bürgerkriegs auf. Die weitgehend fiktive Handlung wird eingerahmt und verwoben mit realen Ereignissen. Zahlreiche historische Persönlichkeiten kommen in er Serie vor, wie etwa George Washington, König Georg III., der Marquis de Lafayette oder der berüchtigte Robert Rogers mit seinen Rangern. Es macht Spaß mit anzusehen, wenn ein George Washington mit Dreispitz und Mantel in Begleitung seiner höchsten Offiziere und Fahnenträger heran reitet, um seine Armee gegen die mächtigen Truppen des Königs anzuführen. Hinzu kommt, der Schauspieler Ian Kahn, der Washington spielt, spricht mit einer auffällig tiefen Stimme, was den imposanten Auftritt des Generals noch verstärkt.
Die Kostüme und Kulissen wirken weitgehend realistisch und authentisch. Etwas schade ist, dass der Drang zu immer neuen spannenden Wendungen mitunter zu schwer nachvollziehbaren Szenen führt. Immer wieder passieren den Spionen Missgeschicke, die durch einfachste Vorsichtsmaßnahmen hätten verhindert werden können. Immerhin geht es für einen Spion im 18. Jahrhundert immer um Leben oder Tod.
Erfreulich ist, dass die beiden Konfliktseiten nicht schwarz-weiß, also entweder moralisch nur gut oder schlecht dargestellt werden. Derartige Darstellungen, wie etwa in „The Patriot“, entsprechen keineswegs der Realität. Grausamkeiten gab es auf beiden Seiten ebenso wie Heldentum, was auch in der Serie gezeigt wird. Einen Oberbösen muss es dann aber dennoch geben, hier in der Person von Captain John Graves Simcoe. Einen britischen Offizier dieses Namens hat es wirklich gegeben. In der Serie wird er -gut gespielt von Samual Roukin- mit künstlerischer Freiheit zum diabolischen Gegenspieler aller anständigen Charaktere, was der Serie durchweg Spannung verleiht.
Jamie Bell, bekannt vor allem aus dem anrührenden Film „Billy Elliot„, überzeugt als zwischen Idealismus, Stolz und Liebe hin und her gerissener  Abraham Woodhull. Auch Seth Numrich als Major Ben Tallmadge und Heather Lind als Anna Strong verleihen der Serie Tiefe und Farbe.

„Turn – Wahington’s Spies“ ist eine kluge und spannende Verfilmung von einfachen Menschen, die Weltgeschichte schreiben. Trotz stellenweiser Fehltritte der Drehbuchautoren ist „Turn“ eine sehenswerte und packende Serie, die unterhält und Geschichte näher bringt.

Weiterleiten:

Anzeigen

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*