Auf dem 100-Schlösser-Radweg – Der Nordkurs

Schloss Darfeld 100-Schlösser-Radweg

Der 100-Schlösser-Radweg führt zu den Schätzen des Münsterlandes. Ich bin den gesamten Nordkurs in 4 Tagen gefahren und war begeistert von den vielen Spuren der Geschichte und märchenhaften Orten.

Tag 1: Von Münster nach Holperdorp
Ich beginne meine Tour in der alten Bischofsstadt Münster. Die Stadt hat eine eigene Fahrradautobahn. Dann geht es in nord-westlicher Richtung durch eine parkartige Landschaft, vorbei an alten Gutshöhfen, Mühlen und Schlössern. Die Beschilderung ist meistens gut. Aber manchmal wurden Markierungen geändert. Man sollte also immer aufpassen und den Orientierungssinn eingeschaltet lassen.

Ein Kuriosum auf dieser ersten Etappe sind die Schlösser Harkotten in Fürchtorf, die direkt hinter einander liegen. Schloss Harkotten-von Korf ist aus dem frühen 19. Jahrhundert und kann besichtigt werden, während Schloss Harkotten-von Ketteler eine barocke Anlage des 18. Jahrhunderts ist und etwas versteckt und unzugänglich dahinter liegt.

Zum Ende der Etappe erreiche ich Bad Iburg im Teutoburger Wald, das mit einer großen Schlossanlage auf einem Berg und einer niedlichen Altstadt aufwartet. Von hier fahre ich noch ein Stückchen weiter in den Teutoburger Wald zu einem kleinen Campingplatz im verschlafenen Holperdorp. Die Landschaft ist hier so schön wie in Hessen.

Tag 2: Von Holperdorp nach Hörstel
Weiter geht es durch das Mittelgebirge des Teutoburger Waldes und in einem brutal steilen Anstieg hoch nach Tecklenburg. Die Anstrengung lohnt sich. In diesen Ort habe ich mich schon bei einem früheren Besuch verliebt.
Am Campingplatz am Herthasee bei Hörstel muss ich mein Zelt in strömendem Regen aufbauen. Aber das macht mir nichts aus, so lange mich keine Blitze treffen.

Tag 3: Von Hörstel zum Dreiländersee
Auf dieser Etappe wird es zunächst etwas industrieller. Am Zusammenfluss von Mittellandkanal und Dortmund-Ems-Kanal kann ich die Ingenieursleistungen des frühen 20. Jahrhunderts bestaunen. Dann fahre ich durch Rheine, eine Stadt, die offenbar von den alliierten Bomberflotten weitgehend platt gemacht wurde. In Bad Bentheim schaue ich mir das Schloss an, das eine merkwürdige Ansammlung von Baustilen aufweist. Es gibt mittelalterliche Türme, Festungswerke aus dem 17. Jahrhundert und ein neogotisches Herrenhaus.

In der Abendsonne passiere ich das Gildehauser Venn, eine ausgedehnte Moorlandschaft, und erreiche den Dreiländersee, wo sich die Grenzen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und den Niederlanden treffen.

Tag 4: Vom Dreiländersee nach Münster
Auf meiner letzte Etappe reihen sich wieder viele Sehenswürdigkeiten aneinander. Das Wasserschloss Haus Wellbergen entführt mich in eine Märchenwelt. Haus Alst bei Horstmar ist ein pittoreskes und geheimnisvolles Kleinod. Schloss Darfeld wurde im 19. Jahrhundert im neo-Renaissance-Stil wieder aufgebaut und liegt märchenhaft in einem See. In den Baumbergen erinnert die hügelige Landschaft wieder an meine hessische Heimat. Es sieht aus wie in der Wetterau.

In der Abendsonne passiere ich noch Burg Hülshoff, Haus Vögeding und Haus Rüschhaus und rolle durch die Vororte von Münster in die Stadt.
Selten habe ich so viel schönes in so kurzer Zeit gesehen. Die Wege hatten dabei teils ganz unterschiedlichen Charakter. Von Asphalt bis zu schmalen Waldpfaden war alles dabei. Alles in allem ist der 100-Schlösser-Radweg eine wunderbare Art, die Schönheit unseres Landes kennenzulernen.

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1 Kommentar

  1. Lieber Felix,
    auch dieser Bericht ist wieder mit sehr schönen Fotos und interessanten Informationen versehen. Ich hätte allerdings bei jedem erwähnten highlight gerne auf einem kleinen Kartenausschnitt gesehen, wo es liegt.
    Auf jeden Fall habe ich total Lust bekommen, auch ein paar deiner Stationen mal anzuschauen.

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